Myanmar, das Land des Lächelns und der goldenen Buddhas

Ein letztes Mal noch wurde ich auf den letzten paar Hundert Metern auf indischem Boden fast von einem Kleinbus abgeschossen, der ohne mich zu beachten aus einer freien Fläche auf die Straße und mich zu raste. „Guten Morgen Martin, hier spricht dein Leben. Bitte diesem Vollidioten ausweichen.“

Eine Vollbremsung mit anschließenden lautstarken Flüchen in mindestens zwei Sprachen später rollte ich mit pochendem Herz um kurz vor 8 Uhr früh in den Immigration-Compound der indischen Grenzwärter. Herzklopfen einerseits weil ich wieder mal knapp einem ungemütlichen Tet-a-tet mit indischen Verkehrsteilnehmern entgangen bin und andererseits weil ich sehr gespannt auf das Land war, das nun vor mir lag: Myanmar.

 

Burmesische Landschaft

  

In einer Parasol-Manufaktur. Alles, von der Mechanik bis zur Bespannung aus geöltem Papier, ist selbstgemacht.

 

Ein bisschen Hintergrund

Myanmar, oder Burma oder Birma, war bis vor zwei, drei Jahren ein weißer Fleck auf der Overlander-Landkarte. Zwar konnte man das Land schon seit einigen Jahren als Backpacker halbwegs frei bereisen, aber mit dem eigenen Fahrzeug war es nicht erlaubt in Myanmar einzureisen. Bisher flogen Motorradreisende daher meist ihre Motorräder (und sich selbst) von Kathmandu nach Bangkok, da es auch keine andere Möglichkeit gab um überland von Indien nach Thailand zu gelangen. Glücklicherweise hat das Militärregime diese Regulierung mittlerweile etwas entschärft, so dass man nun – mit gewissen Auflagen – mit dem eigenen Fahrzeug Myanmar bereisen kann. Allerdings nur als Teil einer organisierten Tour, mit Tourguide und behördlichem Babysitter der aufpasst dass die Reisenden auch wirklich dem genehmigten Reiseplan befolgen und nichts zu Gesicht bekommen, das sie vielleicht nicht sehen sollten. Zudem muss der Tourguide jeden Abend an sieben unterschiedliche Stellen melden, wo wir uns befinden und was wir machen, wie mir unser burmesischer Guide AK („like the gun!“) erklärte. Ein unglaublicher Verwaltungsaufwand, der hier von den burmesischen Behörden betrieben wird, aber immerhin ist es überhaupt möglich das Land zu durchqueren.

Ich gehe allerdings davon aus, dass sich auch diese Regelungen – wie so vieles in Myanmar – in den nächsten Jahren ändern bzw lockern werden. Myanmar hat nämlich im November 2015, also kurz bevor wir einreisten, die ersten freien Wahlen abgehalten. Zwar hatte es schon mal „freie Wahlen“ in den neunziger Jahren gegeben, die allerdings von der Militärjunta nicht anerkannt wurden und dazu geführt hat, dass die Wahlsiegerin Aung San Su Kyi die folgenden 14 Jahre im Hausarrest und Exil verbringen musste. Aber die Friedensnobelpreisträgerin ist zurück und hat bei der Wahl im November mit ihrer Partei National League for Democracy (NLD) über 90% der Stimmen bekommen. Das nenn ich mal Erdrutschsieg! Aung San Su Kyi darf zwar per Verfassung nicht Präsidentin werden und das Militär behält (ebenfalls per Verfassung) 25% der Sitze im Parlament, daraus ergibt sich aber trotzdem eine absolute Mehrheit mit der die NLD gemütlich regieren kann. Vor Ort sagte man uns, dass das neue Parlament seine Arbeit aber erst im April aufnehmen wird, aber laut Zeitungsberichten hat das neue Parlament nun im Februar 2016 bereits getagt. 

Es ist also eine außergewöhnlich spannende Zeit, um dieses ferne Land zu bereisen. Myanmar ist eines der am wenigsten entwickeltsten und ärmsten Länder Südostasiens, es ist also verständlich dass die Menschen große Hoffnungen in die Zukunft und in die neue Regierung haben. Aung San Su Kyi hat angeblich angekündigt innerhalb der nächsten zehn Jahre Myanmar wirtschaftlich auf das Level von Singapur zu. bringen. Auch wenn das mehr als unrealistisch ist (und vielleicht auch nicht nur Vorteile hat), zeigt es doch von der Sehnsucht der Burmesen nach mehr Modernität und Wohlstand. Schon jetzt werden sehr viele Straßen gebaut oder ausgebaut, denn bis auf eine Nord-Süd-Autobahn sind die meisten Straßen in miesem Zustand. Allerdings werden die Straßen fast ohne Maschinen von Straßenbautrupps von 30-50 (teils sehr jungen, hauptsächlich weiblichen) ArbeiterInnen in Handarbeit gebaut, dadurch sind auch die neueren Straßen nicht mit den perfekten Teerstraßen Thailands vergleichbar. Auch Tankstellen werden allerorts gebaut, oft steht die Tankstelle sogar schon bevor die Straße fertiggestellt ist. 

Die Reisegruppe

Unsere Reisegruppe bestand aus dreizehn Reisenden aus aller Welt auf neun Motorrädern und einem Fiat-Bus, der von dem Österreicher Reinhard mit Hilfe von seinem Hund Philo gelenkt wurde, und einem Supportauto, in dem unsere Burma Senses-Crew bestehend aus dem einheimischen Guide AK, dem Organisator Win, dem Fahrer Kyaw und wechselnden Babysitter-BeamtInnen reiste. Eine illustre und vor allem große Reisetruppe also. Vor allem die Größe der Gruppe machte mir zu Beginn etwas Sorgen. Dreizehn Reisende, die es gewohnt sind ihre Reise frei zu gestalten und allein unterwegs zu sein in eine Gruppe mit fixem Reiseplan zu stecken: Kann das gut gehen? Vorweg: Es kann! 

Los geht’s!

Nachdem die Grenzformalitäten praktischerweise von unserer Crew und der freundlichen Beamtin erledigt wurden, mussten wir erstmal Geld wechseln da es erst in der nächsten Stadt, die wir am Abend erreichen sollten, einen Geldautomaten gibt – und da ist nicht sicher ob er funktioniert. Schon bei diesem ersten Halt in der Grenzstadt, werden wir von vielen Burmesen aus angenehmer Entfernung freundlich beobachtet und begrüßt. Viele zücken ihre Handys um uns zu fotografieren und zu filmen, meist aber aus sicherer Entfernung von ein paar Metern. Was für ein angenehmer Unterschied zu Indien, wo die Leute sowas wie Respektabstand nicht kennen. Wie anders hier alles ist! Die Menschen sehen anders aus, tragen andere Kleidung, fast alle Frauen und einige Männer haben das charakteristische Makeup aus geriebenen Baumrinden als Sonnenschutz im Gesicht. Ich könnte explodieren als wir durch die ersten kleinen Dörfer mit einfachen Bambushütten auf Stelzen rollen und immer wieder Gruppen von Kindern an die Straße gelaufen kommen um uns schreiend und strahlendem Lächeln euphorisch zuzuwinken! Man würde meinen, dass neun große, laute Motorräder mit als Astronauten verkleideten Menschen drauf eher bedrohlich wirken müssten, aber wo auch immer wir hinkommen lächeln uns die Menschen an. Was für ein Land, was für Menschen!

 

Die Bikes der Reisegruppe an der Grenze zu Myanmar

  

Die Einheimischen haben sichtlich Spass mit uns

  

Riesige Buddha-Statue bei Monywa mit 129m Höhe und 31 Stockwerken

  
   

Bei einer kleinen Honig-Farm

Fischerboote bei der U Bein Bridge, der längsten Teakholzbrücke der Welt (nicht im Bild)

   

Unsere Tage in Myanmar waren meist sehr lang, oft fuhren wir bereits um 7 Uhr früh los und erreichten erst kurz vor Sonnenuntergang (oder lange danach) unser Tagesziel. Auch wenn die meisten Etappen nur 180-240km lang waren, kommt man aufgrund den Zustand der Straßen nur eher langsam voran. Wir verbrachten 16 Tage in Myanmar und durchfuhren das Land in einem Zickzack-Kurs über Monywa, Mandalay, Inle Lake, Bagan, Ann, Mrauk U, Ngapali Beach, Pyay, Nyaikto/Golden Rock um bei Mae Sot nach Thailand einzureisen. 

Untertags konnten wir – wider Erwarten – jeder sein eigenes Tempo fahren. Am Morgen stellte AK sicher, dass jeder das Tagesziel und eventuelle Checkpoints oder Treffpunkte am GPS hat, dann fuhren wir meist in Kleingruppen von 3-4 Motorrädern oder alleine. Schon bald kristallisierten sich Gruppen mit kompatiblen Reisegeschwindigkeiten heraus, und so fuhr ich meist in der gemütlicheren Gruppe von Kenny aus Australien (Transalp), Harry und Linda aus Südafrika (zwei BMW G650CrossCountry) und Jamie und Michelle aus England (BMW GS1200). Navigieren ist in Myanmar aufgrund des wenig dichten Straßennetzes denkbar einfach. Meist klangen AK’s morgendliche Anweisungen etwa so: „Follow this road. After about 120km you get to a town called ’somethingyoucanneverrememberandalsosoundscompletelydifferentthanit’swritten‘, turn right on the one intersection with the traffic light. but the traffic light might not work, so watch out. then continue for another 80km, turn left. we meet in ‚anotherfunkynamedtown‘ after 30km.“ Es gab echt Tage, wo man in über 200km nur 2-3 mal abbiegen musste.

 

Durch die Weite Myanmars

  

Bauern bei der Feldarbeit

  

Man ist nie weit von einem Tempel entfernt. Diesen haben wir leider nicht genauer besucht, sicht aber interessant aus!

 

Inle Lake

Eines meiner Highlights war definitiv Inle Lake. Einen ganzen Tag fuhren wir mit drei von ohrenbetäubend laut knatternden Dieselmotoren betriebenen Booten auf diesem schönen See herum. Wir besuchten einen großen Tempel auf einer Insel, Werkstätten für Silberschmuck und Zigarren, Webereien, die aus Naturfasern der Lotuspflanze Fäden spinnen und daraus Stoffe weben, wanderten durch Dörfer die nur per Boot erreichbar sind und tuckerten durch schwimmende Gärten. 

In einer Weberei sahen wir sogenannte Longneck-Women: Frauen tragen von Kindheit an schwere Kupferringe um den Hals, die die Schultern nach unten drücken und so den Hals länger werden lassen. Alle paar Jahre kommt ein Ring dazu, um das Gewicht zu erhöhen und den Hals noch länger zu machen. Die Ringe werden nur zum Schlafen abgenommen. Das klingt irgendwie grausam, und sieht wirklich nicht angenehm aus, aber angeblich ist dieses Schönheitsideal nicht unbedingt gesundheitsschädlich – mal abgesehen davon dass der eigene Körper derart verformt wird. Naja. 

Die Fischer am Inle Lake haben eine einzigartige, charakteristische und sehr fotogene Art zu paddeln: Mit einem Bein drückt der Fischer das Paddel durch das Wasser während er auf dem anderen Bein balancierend mit dem konischen Netz hantiert. 

 

Fischer am Inle Lake

  

Inle Lake

  

Fangfrisch.

  

Win und die Möven

  

Tempel am Inle Lake

  

Long Neck Woman.

  

In einer Weberei. Die Fäden sind aus Lotuspflanzen-Fasern.

    

In der Zigarren-Manufaktur

  

Inle Lake.

 

Bagan

Auf einer Reise durch Myanmar darf natürlich Bagan nicht fehlen. In der Ebene um Bagan, der alten Hauptstadt des Königreichs Burma, liegen etwa zweitausend Stupas in der Landschaft verstreut. Weitere zweitausend sind bereits verwittert oder wurden im Laufe der Zeit wieder abgetragen. 

Wir tauschten für einen Tag unsere großen Adventurebikes gegen kleine Elektroscooter. Was ein Haufen Motorrad-Overlander anstellt, wenn man ihnen plötzlich so leichte, spaßige Gefährte in die Hand drückt würde fast einen eigenen Blogpost rechtfertigen, aber ich will euch nicht langweilen. Nur so viel: es gab zwar keine Verletzten, aber das ist wohl nur durch die vielen schützenden Hände der tausenden Buddhas in Bagan zu erklären. Jedenfalls düsten wir auf den Scootern auf staubigen Straßen zwischen den Stupas und Pagodas herum und erkundeten ein paar davon genauer. In viele Stupas kann man hinein gehen, die teils riesigen Buddhas bewundern und auf engen, steilen Treppen innerhalb der Außenwände die Stupas erkunden.

Am Abend erklommen wir eine der höheren Pagoden um zu beobachten, wie zu Sonnenuntergang das Land und die vielen Zwischen den Bäumen hervorragenden Pagoden in rotes Licht getaucht werden. Ein ganz besonders schöner Moment, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.   

 

Old Bagan.

  

Einer der berühmteren Tempel in Bagan.

  

Bagan bei Sonnenuntergang.

Blue Lake und Wasserfall

Wir machten einen Abstecher zur „neuesten Touristenattraktion“ Myanmars: der Blue Lake. Laut AK wurde dieser absurd blaue kleine Waldteich erst vor kurzem entdeckt, oder zumindest für den Tourismus entdeckt. Der Teich war zwar ganz nett, aber auch nicht recht viel mehr. Der in der Nähe gelegene Wasserfall war dafür ein weiteres Highlight für mich. An einem buddhistischen Kloster (die hier übrigens überall stehen) vorbei und durch ein paar kleine Gärten kommt man an einen wunderschönen Wasserfall im Dschungel. Ein paar von uns gönnten sich ein Bad und erklommen die Stufen des über moosbewachsene Kaskaden stolpernden Wasserfalls, um dann herauszufinden ob man den Boden des Beckens erreicht wenn man reinspringt. Die Antwort: Ja.

 

Blue Lake, offensichtlich.

 

Burmesische Kopfmassage

  

Ein Teil der Reisegruppe beim Abkühlen

  
 

Kenny wirft Brennen runter

  

Kenny und der Wasserfall

 

Tattoo-Frauen des Chin Stammes

Nach zwei sehr langen Fahrtagen erreichten wir endlich Mrauk U, das eher wie „Mijauu“ ausgesprochen wird. Mrauk U war nach Bagan für eine Zeit lang Hauptstadt, davon zeugen aber nur noch einige große Tempel. Ansonsten ist die Stadt, die sehr abgelegen nah an der Grenze zu Bangladesh liegt, heutzutage eher unscheinbar. Wir fuhren aber wiederum mit von unglaublich lauten und stinkigen Motoren betriebenen Booten etwa zwei Stunden flussaufwärts um zu zwei Dörfern des Chin Stammes zu gelangen. In diesen Dörfern, die nur über den Fluss zu erreichen sind, leben noch einige wenige Tattoo-Frauen. Diese Frauen, die heute gefühlt mindestens 100 Jahre alt sind (auch sie wissen ihr Alter nicht), wurden bevor sie in die Pubertät kamen im ganzen Gesicht tätowiert, damit sie möglichst hässlich sind und nicht von den Nachbardörfern geraubt werden. Ein paar der Tattoos sehen gar aus wie Spinnenweben, die quer übers Gesicht gespannt sind. 

Diese Dörfer zu besuchen war für mich sehr besonders. Erst seit zwei Monaten ist es erlaubt, dass Touristen die Dörfer besuchen. Die Frauen im ersten Dorf versuchten leider hauptsächlich, die selbstgewebten Tücher zu verkaufen. Das ist natürlich verständlich da das eine gute Einnahmequelle ist, aber es war trotzdem etwas mühsam. Ins zweite Dorf dürften noch nicht sehr viele Touristen gekommen sein, denn hier gab es kein Feilbieten sondern wir wurden eingeladen uns mit den vier alten Frauen in einen Kreis um einen Plastiktisch zu sitzen und konnten und mithilfe von AK als Dolmetscher mit ihnen unterhalten. Sie sagten, dass sie sich über den Besuch und unserem Interesse freuen und dass sie gerne mal auch unsere Länder sehen würden. Es war berührend, das von jemandem zu hören der in seinem langen Leben wohl noch nicht oft weiter als in die zwei Boot-Stunden entfernte Stadt gekommen ist. 

Wir spielten noch ein bisschen Federball mit einem selbstgebastelten Schläger-Set mit den Kindern des Dorfes, besuchten eine kleine Schule, die von einer italienischen Hilfsorganisation gebaut wurde und in der 4 Klassen in einem Raum unterrichtet werden. Ich spielte auch auf einer unpackbar verstimmten Gitarre, die Peter entdeckt hat, einen weiteren Teil meines Geburtstagsliedes für Lisi ein während die Dorfbewohner mich kichernd beobachteten.

 

Tattoo-Frau des Chin Stammes


 

Die letzten vier verbliebenen Tattoo-Frauen dieses Dorfes.

   

In der Schule, hier die erste und zweite Klasse

Unzufriedenheit

Als etwa die Hälfte der Myanmar-Reise um war genossen wir zwar dieses Land, die Erlebnisse und unsere Gesellschaft, trotzdem waren die meisten der Gruppe unzufrieden – mich eingeschlossen. Wir alle hatten das Gefühl, zuviel zu fahren und zu wenig Zeit an Orten zu haben. Ich fühlte mich, als würden wir durch dieses wunderschöne, größtenteils unberührte Land fliegen um möglichst viel zu sehen ohne aber für die einzelnen Stopps genügend Zeit zu haben, um sie wirklich aufnehmen zu können. Nach langen abendlichen Diskussionssessions hatten wir ausgetüftelt, wie wir den Reiseplan abändern können, so dass wir die Chin-Dörfer besuchen und ein paar Tage am Strand verbringen können und gleichzeitig weniger fahren müssen. Dadurch ließen wir zwar die Bis-vor-wenigen-Jahren-Hauptstadt Yangon (Rangon) aus, aber da auch dort nur ein Abend vorgesehen war überwiegten die Vorteile des neuen Plans.

 

Buddha in einem Tempel in Bagan

  

Queen of the Garlic

 

Ngapali Beach

So fuhren wir noch zum angeblich schönsten Strand Myanmars in Ngapali Beach. Die Unterkünfte sind zwar auch die teuersten, da die meisten dem Staat – also dem Militär – gehören, aber für nur 20 Dollar Aufpreis konnten wir dort zwei Tage und drei Nächte verbringen. Wir chillten, schwammen, schnorchelten, aßen gute Meeresfrüchte, feierten Geburtstage und tranken schon vormittags Myanmar-Bier – was man halt so macht am Strand, oder? Nachdem die meisten von uns schon lange unterwegs waren und dementsprechend müde und erschöpft, waren diese entspannten Tage an diesem relativ menschenleeren, paradiesischen Strand eine echte Wohltat. 

 

Ngapali Beach

 
 

Jaime, umgeben von Fischen

 

Golden Rock

Am Weg nach Thailand stattete ein Teil unserer Gruppe noch dem Golden Rock, einem der heiligsten, aber auch touristischsten Orte Myanmars einen Besuch ab. Der Golden Rock balanciert über einer Klippe und wird angeblich nur durch ein Haar von Buddha persönlich, das in der kleinen Stupa auf dem Felsen aufbewahrt wird, vom Runterpurzeln bewahrt. Für Naturwissenschaftler ist das vielleicht eine wenig überzeugende Erklärung, aber wenn man vor dem riesigen Felsen steht wundert man sich schon wie er nach so langer Zeit und zahlreichen Erdbeben immer noch so wackelig an diesem Platz liegen kann.

 

Golden Rock.

 

Ab nach Thailand

Am selben Abend reisten wir noch aus Myanmar aus und in Thailand ein. Als ich langsam über die große, leere Brücke nach auf die Thailändische Seite des Grenzflusses rollte, konnte ich nicht anders: ich musste einfach aufstehen, auf dem Motorrad herumhüpfen und schreien! Ich hab Thailand erreicht! Auch wenn sich schon abzeichnete, dass das Ziel der Reise wie erwähnt vielleicht doch in Malaysia liegt, war ich glücklich in Thailand angekommen zu sein. Der darauf folgende Papierkram an der Grenze drückte die Euphorie etwas, aber nur ganz kurz. 

Abschied

Nach 16 Tagen fiel der Abschied von der Gruppe so schwer, dass etwa die Hälfte, deren Zeitplan es erlaubte, auch noch in Mae Sot, der ersten Stadt in Thailand, zusammen blieb. Ich bin ehrlich erstaunt wie gut diese Reisegruppe funktioniert hat. Wir hatten so viel Spass gemeinsam, sowohl auf und abseits der Straßen, haben außergewöhnlich intensive Reisemomente geteilt und gemeinsam alle Motorrad-Probleme, die uns unterwegs zum liegen gebracht haben mit kollektivem Einfallsreichtum und Erfahrung gelöst. Auch wenn das vielleicht komisch klingt: Ich bin stolz, Teil so einer großartigen Gruppe gewesen zu sein, die nicht nur aus erfahrenen Overlandern aus aller Welt sondern vor allem aus interessanten, lustigen und inspirierenden Menschen bestand. Danke auch an AK, Win und Kyaw für die kompetente, freundliche und flexible Reiseleitung! Auch wenn ich natürlich lieber allein und komplett frei durch Myanmar gereist wäre, hatte ich eine außergewöhnlich schöne Zeit diesem außergewöhnlichen schönen, freundlichen Land.

           

    

4 thoughts on “Myanmar, das Land des Lächelns und der goldenen Buddhas

  1. Woaaaaa Martin, was außer „ist das schön und super nette Menschen“ kann ich hier dazu sagen? In ein paar Jahren mag ich dort auch mal hin, du hast mich überzeugt. Einfach nur WOW !
    Lg Katja und Markus

  2. Hallo,lieber Martin!
    Also, dieser Bericht über Myanmar hat mich besonders berührt und wir können dir garnicht oft genug DANKE sagen, daß du uns durch deinen Blog ein bißchen teilhaben läßt bzw. teilhaben hast lassen! Und die vielen wunderschönen Fotos, bin schon gespannt, wieviel du überhaupt gemacht hast.
    Es ist fast ein eigenartiges Gefühl, dich eh schon in Österreich zu wissen, aber wir freuen uns natürlich seeeehr, daß du wieder gut in deiner Heimat angekommen bist!
    Bis bald also!

    Christiane

    • Lieber Martin!
      Großes Danke für deine großartigen Fotos und Reiseberichte und deinen Blick auf alle diese Länder und Menschen. Schön, dass du uns auf diese Weise einen Blick über den „Tellerrand“ ermöglicht hast, es war unglaublich spannend, teilweise sehr berührend und aufgrund deines Erzähltalents oft auch sehr amüsant.Schön , dass du wieder gut zurück bist, wenngleich ich deine Blogs vermissen werde.
      Wie wäre es irgendwann vielleicht mit einem Buch……
      Maria, Josef und Anna

  3. Lieber Martin! Ich mag mich aus ganzem Herzen bei dir bedanken dass ich auf diese Weise ein bisschen an deiner großen Reise teilhaben durfte. Auch ich konnte durch deine interessanten Berichte und die wunderbaren Bilder ein wenig über meinen Tellerrand blicken und sicherlich nur erahnen welche Erfahrungen und Erlebnisse du machen durftest. Ich bin zutiefst dankbar dass du gesund und wohlbehalten, reich an so vielen Eindrücken und Erfahrungen, wieder zurück bist. Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass du dich daheim wieder wohl fühlst!! Schön dassd wieder do bist, Martin!

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